In fordernden Zeiten wie diesen, tut es gut Geschichten zu hören, die von Menschlichkeit und gegenseitiger Unterstützung erzählen.

Dank unserer unermüdlichen Medical Volunteers in Thessaloniki können wir eine sollte Geschichte berichten: wegen einer beinahe vollständig zertrümmerten Schulter hat ein junger Mann aus Pakistan im Juli unser Team um medizinische Hilfe bitten müssen. Nach nunmehr drei Monaten und dem unschlagbaren Engagement unseres Teams, kann er die Schulter wieder zunehmend bewegen. Und das grenzt schon an ein Wunder. Ein Autounfall hat diese unglaublich schmerzhafte und nur langsam heilende Verletzung des Geflüchteten verursacht.

mvi team Mitte Juli kam der junge Mann zu unserer „Klinik“ in Thessaloniki. Die Röntgenbilder machten deutlich, dass die Schulter massiv verletzt war und es nur einen sinnvollen Ausweg gab: eine Operation. Das war allerdings alles andere als einfach umzusetzen. Doch unsere Volunteers auch diesmal nicht aufgegeben. 

Durch die Motivation und den leidenschaftlichen Einsatz konnte die komplizierte Operation seiner Schulter erfolgreich durchgeführt werden. Es glich der Aufgabe eines Puzzles, dessen Teile Schritt für Schritt zusammengesetzt werden mussten. Tag für Tag wurde die Wunde des jungen Mannes aus Pakistan von unserem Team versorgt. 45 Tage lang musste die Schulter ruhig gestellt bleiben, um den Heilungsprozess nicht zu gefährden. 

Man kann nur erahnen sie schwierig es sein muss, das alles ohne den Halt und Support von Familienmitgliedern durchzustehen. Auch mit dem Arzt, der die Operation durchführte, war das Team laufend in Kontakt. 

Mit zunehmender Besserung seines physischen Zustandes konnte der Patient auch wieder mehr Lebensmut schöpfen. 

Seine Kinder und Frau waren von diesem Einsatz und der Hilfe so dermaßen gerührt, dass sie sich mit Sprachnachrichten persönlich bei unserem Team bedankten. 

Mithilfe physiotherapeutischer Behandlung helfen wir nun seine Schulter wieder möglichst vollständig zu mobilisieren. 

Die wundervolle Fürsorge unseres Teams hat das Leben dieses Patienten maßgeblich beeinflusst und der für ihn ausweglos erscheinenden Situation eine positive Wende gegeben – wir sind zutiefst beeindruckt und danken allen UnterstützerInnen für diesen Einsatz um mehr Menschlichkeit in diese Welt zu bringen!

Die Medical Volunteers starten ab November wieder ihren regelmäßigen Einsatz des Teams auf Lesbos. Nach dem Brand in der Nacht zum 9. September herrschten auf der Insel chaotische Zustände. Erst mussten die Geflüchteten zehn Tage lang der Sonne und den heißen Temperaturen ausgesetzt, ohne ausreichend Trinkwasser und ohne hygienische Grundversorgung auf der Straße ausharren. Danach wurde ein Großteil der vormaligen Bewohner*innen des Camps Moria im neuen Camp „Kara Tepe 2“ untergebracht, ein Teil der Geflüchteten wurde auf das Festland transportiert.

Für die medizinische Versorgung im Camp hatte die griechische Regierung Unterstützung von der Weltgesundheitsorganisation erhalten – als kurzfristige Notfallhilfe. Ein Ärzteteam aus Norwegen hat die Geflüchteten medizinisch bis Ende Oktober betreut. Unsere Freiwilligen haben hierbei auch teilweise unterstützt. 

Mittel- bis langfristig sollen die medizinischen Hilfeleistungen wieder durch die bereits vor dem Brand aktiven Nichtregierungsorganisationen sichergestellt werden. Die Medical Volunteers haben angeboten auch weiterhin im neuen Camp die Menschen medizinisch zu behandeln. Eine Entscheidung, die im Verein lange und heftig diskutiert wurde und die auch unter unseren Freiwilligen nicht unumstritten ist. Letzten Endes kamen wir zu dem Entschluss: wir helfen, wo unsere Hilfe gebraucht wird. Mit unserer Hilfe im Camp können wir eine medizinische Versorgung der Geflüchteten und einen würdevollen Umgang mit den Patient*innen und den Übersetzer*innen aus der Geflüchteten-Community gewährleisten. Und somit innerhalb unserer Kompetenz der medizinischen Versorgung sicherstellen, dass Geflüchtete gut versorgt werden. 

Unsere politische Forderung bleibt nach wie vor: EUROPE MUST ACT! Den Geflüchteten muss eine Zukunftsperspektive gegeben werden. Jedes Land innerhalb der Europäischen Union möge Geflüchtete aufnehmen und sich mit den Staaten an den Außengrenzen, wie Griechenland, solidarisch zu zeigen. 

#europemustact | #leavenoonebehind 

Erhebe auch du deine Stimme mit uns: https://de.europemustact.org/new-pact-social-media-pack