Physio-Center auf Lesbos ergänzt das Angebot von MVI

Niemand hat kontinuierlich für die Physiotherapie von Flüchtlingen gesorgt, wir sind jetzt die Ersten. Die meisten unserer Patienten leiden an chronischen Rücken-, Nacken- und Schulterschmerzen. Viele dieser Schmerzen sind auf Verletzungen zurückzuführen, die aufgrund der Lebensbedingungen im Moria-Camp entstanden sind, mangelnde körperliche Aktivität, schlechte oder gar keine Matratzen u.v.m. In unserem Physio-Center können wir diesen Menschen gezielt helfen.

Ein Platz für Physiotherapie als einem wichtigen Bestandteil der Behandlung fehlte bisher auf Lesbos. In der ersten Aprilwoche haben wir nach monatelanger Arbeit und mit Euren Spenden endlich unser Zentrum für Physiotherapie eröffnet. Es ist das erste auf Lesbos für Flüchtlinge.

Seit seiner Eröffnung bieten wir Physiotherapie, Feldenkrais-Bewegungstherapie und auch Massagekurse an. Einigen Flüchtlingen wollen wir ein Praktikum anbieten, um selbst Behandlungen vornehmen zu können. Das Centrum ist für alle offen und wir haben bei vielen unserer Patienten bereits gute Erfolge erzielt.

Natürlich gibt es auch einige Probleme, die wir in den nächsten Wochen noch lösen müssen. Eines davon ist, dass wir nur eine Frauentherapeutin haben, was bedeutet, dass Frauen länger warten müssen, um Termine zu erhalten.

In den nächsten Wochen haben wir einen separaten wöchentlichen Kurs für Männer und Frauen organisiert, in dem unsere Therapeuten mit und neben einem Yoga-Trauma-Therapeuten zusammenarbeiten werden. Es geht dabei um einen zweistündigen Schmerzunterricht im Rückenbereich, um den Flüchtlingen Übungen und Dehnungsbewegungen beizubringen, die sie dann selbstständig ausführen können. Unser Ziel ist es insgesamt, die Flüchtlinge mit Fähigkeiten auszustatten, sich selbst in Zukunft helfen zu können.

Eine weitere Herausforderung besteht übrigens darin, dass viele der Flüchtlinge nicht an ihrem Folgetermin erscheinen. Der Hauptgrund liegt darin, dass der arabische und der farsische Kalender sich vom gregorianischen Kalender unterscheidet. Da sind Kommunikation und kreative Lösungen gefragt.

Das neue Physio-Center erweist sich aber in jedem Fall als hervorragende Ergänzung zur Versorgung der Flüchtlinge. Wir werden versuchen, hoffentlich mit eurer Hilfe, dieses Angebot zu erhalten und auszubauen.

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